Grußwort

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

hiermit lade ich Sie zur 50. Jahrestagung der deutschen Sektion der Internationalen Liga gegen Epilepsie nach Wiesbaden ein. Nach den hochkarätigen Tagungen in Berlin und Rostock mit breit gefächertem Themenspektrum kann man mit einigem Recht fragen, was das Treffen in Wiesbaden darüber hinaus noch bieten kann.
Aber lassen Sie sich überraschen! Wir leben in einer Zeit, in der die Ergebnisse der Grundlagenwissenschaften mit hoher Geschwindigkeit und großer Macht in den Bereich der klinischen Anwendung drängen. Kann man die Neurofi bromatose (NF1) und verwandte Erkrankungen mit Antikörpern (Imatinib) behandeln? Welche physiologische Funktion haben die Natriumionenkanäle (SCN1A), deren Defekte zum Dravet Syndrom führen, für das Lernen? Was sagt uns die funktionelle Bildgebung über Kognitionsprozesse bei Patienten mit Epilepsie? Welche Bedeutung können Stammzellen bei neurologischen Erkrankungen mit und ohne Epilepsie in absehbarer Zeit erlangen? Neben diesen z.T. etwas visionären und spekulativen Themen soll der Kongress auf einige Dinge aufmerksam machen, die an einigen von uns in letzter Zeit vorbeigegangen sind. Die internationale Klassifi kation wird zwar nicht gerade übersichtlicher, entwickelt sich aber schnell fort. Einige der unverzichtbaren Entwicklungen sollen hier in den Fokus gesetzt werden. Ein weiterer Themenbereich befasst sich mit den Schnittpunkten der Epileptologie zur Psychologie/Psychiatrie und den Auswirkungen der Epilepsie auf Schul- und Ausbildungserfolg. Die korrekte Behandlung der therapierefraktären Patienten mit allen hierfür zur Verfügung stehenden Mitteln vom Medikament über die Chirurgie bis zur Ernährung stellt – wie so oft – zu Recht wieder einen Themenschwerpunkt dar. Wir werden versuchen, diese und andere Themen möglichst kurzweilig und ohne feste Grenzen zwischen wissenschaftlicher Innovation, Fort- und Weiterbildung miteinander zu verbinden.

Ich freue mich auf Ihr Kommen.

 

Prof. Dr. B. A. Neubauer