Herzlich willkommen

Vorwort der Tagungsleitung

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Gäste,

Herzlich willkommen zur 50. Wissenschaftlichen Jahrestagung der DGAUM in Dortmund!

Bereits die 25. Jahrestagung hat 1985 an gleicher Stelle im Kongresszentrum Westfalenhallen in Dortmund stattgefunden. Damals war das Hauptthema „Arbeitsmedizin und Schwerindustrie“ noch aktuell. Seitdem hat sich die Region tiefgreifend gewandelt. Dortmund präsentiert sich heute als ein Zentrum von Wissenschaft und Dienstleistungen, wobei dem Logistikbereich eine stetig wachsende Bedeutung zukommt. Einschlägige ortsansässige Dienstleister erfahren in Dortmund wichtige Unterstützung von wissenschaftlichen Institutionen. Aus den Bereichen Logistik und Verkehr kommen Forschungsthemen, die von der Technischen Universität (TU) Dortmund, dem Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML) und dem Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo) aufgenommen werden.
Die Wahl des Hauptthemas „Transport und Verkehr“ für die arbeits- und umweltmedizinische Jubiläumstagung trifft sich mit der 2010 beginnenden Präventionskampagne „Risiko raus!“ der Berufsgenossenschaften, der Unfallkassen und der Landwirtschaftlichen Sozialversicherung. Im Zentrum dieser Kampagne steht die Sicherheit beim Transport und im Verkehr, innerbetrieblich sowie im Straßenverkehr. Die Kampagne wird maßgeblich unterstützt vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat e.V. (DVR).

Eigene Aktivitäten der Präventionskampagne „Risiko raus!“ finden in der benachbarten Westfalenhalle 2 und in den Außenbereichen vor den Westfalenhallen statt. Den Abschluss unserer Jubiläumstagung bildet eine gemeinsame, öffentliche, Vortragspublikumsveranstaltung von DGAUM, DGUV und DVR. Diese leitet über in das Publikumsprogramm zum Tag der Verkehrssicherheit, der am 19. Juni 2010 an bundesweit gleicher Stelle stattfindet. Wegen der zahlreichen zusätzlichen Aktivitäten haben wir uns diesmal dazu entschliessen müssen, auf die sonst üblichen Betriebsbesichtigungen zu verzichten.

Passend zum aktuellen und praxisnahen Hauptthema „Transport und Verkehr“ wurden besondere wissenschaftliche Vortrags- und Posterblöcke zu Verkehr und Gesundheit, Transport und Verkehr, sowie Unfallgefährdung eingerichtet. Die moderierte Sonderveranstaltung „Bitumen“ wird den Besucher umfassend über die Risiken informieren, denen der Bitumen verarbeitende Arbeitnehmer ausgesetzt ist. Eine umfassende Studie zu diesem Thema hat unser Wissen über Bitumen-assoziierte gesundheitliche Risiken erheblich verfeinert. Wie bei der DGAUM Tradition, werden als praxisnahe Themenblöcke Biomonitoring und Gefahrstoffe, muskuloskelettale Erkrankungen, Atemwege, Haut, Malignome und Betriebsmedizin im Zentrum stehen.
Doch im beginnenden 21. Jahrhundert kündigen sich bahnbrechende Entwicklungen an, die sich bereits in einzelnen Beiträgen unserer 50. Jahrestagung widerspiegeln: Vergingen von der Aufklärung der DNA-Struktur bis zur ersten halbwegs vollständigen Entschlüsselung des ersten menschlichen Genoms noch 50 Jahre bei Kosten von 2,2 Milliarden Euro, so wird die Sequenzierung des Genoms eines Individuums Prognosen zufolge im Jahr 2015 maximal fünf Minuten dauern, und jedes einschlägige Labor wird es sich leisten können. Wie weit werden wir auch die genetische Komponente berufsbedingter Erkrankungen verstehen?

 

Vorwort der Tagungsleitung

Bei unserer Jahrestagung erstmals präsentierte genomweite Assoziationsstudien werden einen ersten Eindruck geben, was von Seiten der Wissenschaft möglich sein könnte. Die Verarbeitung großer Datenmengen im Terabyte-Bereich ist bereits heute möglich und ermöglicht zum Beispiel die Simulation räumlich-zeitlicher Prozesse in Geweben. Werden wir eines Tages gesundheitliche Einflüsse von Arbeitsplatz- oder Umweltbedingungen an virtuellen Personen testen können?

Dank einer besonderen Unterstützung des DVR konnten wir eine besondere Maßnahme zur Nachwuchsförderung realisieren. Die Preisträger werden ihre Arbeiten zum Thema Verkehrssicherheit am 19. Juni 2010 vorstellen. Die Themen sind vielseitig und attraktiv: vom Sekundenschlaf über zunehmenden Missbrauch von Amphetaminen bei Autofahrern, bis zu einer neuen Technik, das Wachstum von Neuronen direkt zu verfolgen, die Beeinflussung bestimmter Antidepressiva auf die Fahrleistung bis hin zum Einfluss von Musik auf das allgemeine Wohlbefinden in Fahrsimulationen.

Am Vortag der Jubiläumstagung der DGAUM (16. Juni) findet im Kongresszentrum Westfalenhallen ein Satellitensymposium der Europäischen Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor e.V. (EUGT) statt, auf dem die aktuelle umweltmedizinische Thematik von Verkehr, Feinstaub, regulatorischen Maßnahmen (Umweltzonen) und Risiko-Kommunikation diskutiert werden soll.

Der Rahmen der Jubiläumstagung trägt zudem den besonderen Gegebenheiten zur Zeit der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika Rechnung. Für das Gruppenspiel Deutschland-Serbien am frühen Nachmittag des 18. Juni 2010 planen die Westfalenhallen Dortmund ein „Public Viewing“ in der dem Kongreßzentrum benachbarten Westfalenhalle 1. Am Abend desselben Tages findet der traditionelle „Gesellige Abend“, diesmal in der besonderen Umgebung des VIP-Bereiches (Stammtischebene West 4) des Signal Iduna Parks statt. Unser gastgebendes Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo) stellt sich Ihnen in informeller Weise zum Begrüßungssempfang der Tagung am Abend des 16.06.2010 auf dem Institutsgelände vor.

Als Organisatoren der Jubiläumstagung sind wir überzeugt, dass diese für die weitere Entwicklung der Arbeits- und Umweltmedizin ein besonderes Zeichen setzen kann!

Mit herzlichen Grüßen

Univ.-Prof. Dr. med. Jan G. Hengstler, Tagungspräsident,

gemeinsam mit
em. Univ.-Prof. Dr. med. Barbara Griefahn,
apl. Prof. Dr. med. Klaus Golka,
em. Univ.-Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Hermann M. Bolt